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    Die Feldenkrais-Methode wurde von Mosché Feldenkrais in den 1940er und 1950er Jahren konzipiert und später von ihm weiterentwickelt. Sie beinhaltet zwei verschiedene Herangehensweisen. Zum einen die in Gruppen unterrichteten Bewegungslektionen “Bewusstheit durch Bewegung”, zum anderen die in Einzelsitzungen stattfindende “Funktionale Integration”. Die Annahme, dass vorhandene Potentiale erweiterbar sind und Lernen lebenslang möglich ist, stellt neben dem Wissen um Bewegung, Bewegungsplanung und -steuerung die Grundlage dieser Methode dar. Die Methode wird heute von ausgebildeten Feldenkrais-Lehrern unterrichtet.

    Die Feldenkrais-Arbeit geht von dem Begriff des “Somatischen Lernens” aus. Dieses bedeutet, dass neue Körper- und Bewegungserfahrungen gemacht werden, die erprobt und nach und nach, der Situation angemessen variiert werden. Dieser Prozess ähnelt dem motorischen Lernen kleiner Kinder, die Bewegungen versuchen, wahrnehmen, erproben, erfahren, variieren und so motorische Erfahrungen zunehmend ausbauen und differenzieren. “Sie sind Meister ihrer eigenen Lernprozesse und schöpfen ihre Motivation aus der tiefen Befriedigung, die sie beim Entdecken eigener Lösungen empfinden” schreibt die Feldenkrais-Gilde (2004) in ihrer Broschüre: “Lernen in Bewegung”. Eigene Lernprozesse zu beachten, daraus weitere Motivation zu schöpfen und eigene Lösungsprozesse in Gang zu setzen, erzeugt Befriedigung mit dem Tun, der Bewegung und der Handlung. Es werden beim Lernen also neurologische, mechanische, kognitive und emotionale Ebenen angesprochen. Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther, Professor für Neurobiologie an der Universität Göttingen, schreibt dazu in seinem Geleitwort zum Kursleitermanual “Spannungen lösen – Stress bewältigen” des Feldenkrais-Verbandes (2007) “Wie die neuen Erkenntnisse der Hirnforschung zeigen, werden Erfahrungen immer gleichzeitig auf der kognitiven, auf der emotionalen und auf der körperlichen Ebene in Form entsprechender Denk-, Gefühls- und körperlicher Reaktionsmuster verankert und aneinander gekoppelt (“Embodiment”).” Wahrzunehmen, was ich höre, sehe, rieche, schmecke und spüre, zu beachten, was ich dabei fühle, zu bemerken, was und wie ich denke, und wie das alles mein Handeln bestimmt, sind die wesentlichen Ansatzpunkte für “Somatisches Lernen” nach der Feldenkrais-Methode.

    Mosché Feldenkrais
    Mosché Feldenkrais wurde 1904 in Russland geboren. Vierzehnjährig wanderte er nach Palästina aus. In Paris studierte er später Ingenieurswesen und dann Physik. Seine Leidenschaft galt der inneren Mechanik der Dinge, vor allem aber der menschlichen Bewegung. Er arbeitete wissenschaftlich, schrieb Bücher und entwickelte Patente. Im Jahre 1949 kehrte Mosché Feldenkrais nach Israel zurück und leitete dort zunächst die Elektronikabteilung des Verteidigungsministeriums. Ab 1952 widmete er sich ganz der Praxis, Lehre und Verfeinerung seiner eigenen Theorie, der Feldenkrais-Methode. Das Buch: “Der aufrechte Gang”, heute unter dem Titel “Bewusstheit durch Bewegung” bekannt, stellte erstmals seine eigene Methode öffentlich dar. Feldenkrais bildete in Israel und den Vereinigten Staaten von Amerika Assistenten aus. Feldenkrais starb 1984 in Tel Aviv. Die von ihm ausgebildeten Assistenten, unter anderen meine Feldenkrais-Ausbilderin Mia Segal, führen seine Arbeit fort und bilden heute in vielen Staaten neue Feldenkrais-Lehrer aus.

    Das Gruppenangebot: Bewusstheit durch Bewegung
    In den Gruppenstunden “Bewusstheit durch Bewegung” werden isolierte Bewegungen und zusammenhängende Bewegungsabläufe von dem Feldenkraislehrer sprachlich angeleitet und dann entsprechend von den Teilnehmern umgesetzt. Die Bewegungen werden langsam und möglichst achtsam ausgeführt, oft ohne an die Grenze des Bewegungsausmaßes zu gelangen und ohne große Kraft aufzuwenden.

    Der Prozess der Bewegung soll bewusst wahrgenommen werden, um zum Beispiel Unterschiede in der Ausführung, dem Kraftaufwand, dem Bewegungsausmaß und der Bewegungsqualität zu spüren. Feldenkrais schreibt: “Diese Lektionen haben den Zweck Fähigkeiten zu erhöhen, d. h. die Grenzen dessen zu erweitern, …., ihm das Unmögliche möglich, das Schwierige leicht, das Leichte angenehm zu machen” (Bewusstheit durch Bewegung in der Auflage von 1996). Zu Beginn und am Ende einer Lektion wird in der Regel ein so genanntes Scanning durchgeführt. Dabei liegen die Kursteilnehmer meistens in der Rückenlage am Boden und der Feldenkrais-Lehrer stellt Fragen zum Spüren der Auflageflächen, des Gewichtes der Körperteile, zur Position der Körperteile zueinander und zur Körperwahrnehmung. Die Fragen am Ende der Stunde dienen dem Vergleich, wie waren beispielsweise die Auflageflächen zu Beginn und wie nach der Bewegungslektion. Es wird davon ausgegangen, dass Menschen beispielsweise veränderte Auflageflächen und Positionen der Gliedmaßen zueinander registrieren und diese Unterschiede wahrnehmen und so ein eigener Lernprozess angestoßen wird. Die Bewegungslektionen werden in der Regel langsam und vor allem verbunden mit größtmöglicher Achtsamkeit auf die eigene Bewegungsplanung, -steuerung und -organisation ausgeführt. Allen Kursteilnehmern ist zu jeder Zeit freigestellt, eine Bewegung vorzeitig zu beenden und/oder Pausen einzulegen.

    Die Einzelsitzungen: Funktionale Integration
    In der Arbeit mit einer einzelnen Person geht der Feldenkraislehrer individuell auf den Klienten ein und macht ihm durch sanftes Berühren und Bewegen unbewusste Muskelspannungen, Bewegungseinschränkungen und Gewohnheitshaltungen deutlich. Er unterstützt den vorwiegend liegenden Klienten darin, neue Bewegungsvariationen zu entdecken. Dafür bewegt der Feldenkraislehrer den Klienten in einer ruhigen Atmosphäre vorsichtig, achtsam und langsam.

    Bei beiden Ansätzen, den Gruppenstunden “Bewusstheit durch Bewegung” und den Einzelsitzungen “Funktionale Integration” geht es darum, eigene Körperhaltungen, Bewegungen und Bewegungsabläufe wahrzunehmen und sich dessen bewusst zu werden. Verbunden mit der Intention eigene Körperhaltungen und Bewegungsmuster zu erkennen und neue, effektivere und harmonischere Bewegungsabläufe zu entwickeln, um diese im jeweiligen Alltag zu nutzen. Auf diese Weise wird die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit unterstützt, die zu einer höheren Lebensqualität führen kann. Ausführliche Informationen sind auf der Homepage des Feldenkrais-Verbandes Deutschland e.V. www.feldenkrais.de zu finden.

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